006 wbw rosenhügel
Demenzhaus Hochdorf
Bauherrschaft: Gemeinde Hochdorf
Auftragsform: WBW
Projektdauer: 2024
Das grosse, flache Neubauvolumen des Demenzzentrums soll an einer sensiblen Schnittstelle zwischen Landschaftsraum und bebauter Struktur erstellt werden. Der Projektvorschlag sieht vor, dass sich der Neubau in die südwestliche Ecke des Grundstücks einfügt. Dadurch kann ein grosser Teil der Landreserven für zukünftige Erweiterungen freigehalten werden und der landschaftliche Eingriff, trotz der grossen zu bebauenden Fläche, geringgehalten werden. Durch das Einfamilienhausquartier im Westen und das Alterszentrum im Süden wird der Neubau an die Dorfstruktur angebunden und bettet sich selbstverständlich ein. Die gekrümmte Fassade hilft das grosse Volumen optisch zu verkürzen und schafft einen fliessenden Übergang zum kleinteiligen Einfamilienquartier. Aus dem Landschaftsraum liegt das geplante Gebäude als abstraktes Volumen in der Landschaft und definiert sich gegen aussen durch das tief gezogene Dach. Südseitig öffnet sich das Gebäude zu den Bestandsbauten und wird dabei Teil eines Ensembles. Durch die offene Geste und die feingliedrige Fassade wird das grosse, flache Volumen kleinteilig und es entstehen intime Aussenbereiche sowohl für das Alters- wie auch das Demenzzentrum. Die Adresse des Neubaus bildet das bestehende Haus Rosenhügel. Von diesem gelangt man über den Innenhof zum Demenzhaus. Dadurch bleibt in der Lesart das Demenzhaus ein Teil des Alterszentrum Rosenhügel und es entsteht eine Art Alterscampus mit einzelnen freistehenden Gebäuden.
Das Demenzzentrum entwickelt sich aus dem Ort und der Funktion heraus und ist eine Mischung aus Hofhaus und Gartenpavillon. Das Haus tritt wie ein «Nebengebäude» in Erscheinung und orientiert sich in seinem Ausdruck an den Ökonomiebauten der Umgebung, auf die es sich auch mit seiner hölzernen Materialisierung bezieht. Die ausladenden Vordächer mit ihrer markanten Ständerkonstruktion aus Fichtenholz fassen den schlichten Baukörper zusammen und verfeinern ihn. Die Kopfbauten und Schotten aus Lehmstein verankern das ansonsten schwebenden Volumen am Boden. Das Gebäude erscheint gegen aussen durch das tiefhängende Vordach abstrakt und geschlossen. Die Oberfläche des Giebeldachs mit PV-Modulen unterstützt diesen Ausdruck und gibt dem Gebäude etwas objekthaftes, was sich unaufdringlich in der hügligen Kulturlandschaft einfügt. Die Innenfassade zum Hof öffnet sich zu einer Parklandschaft, welche sich aus dem Hof in die Dachfläche weiterzieht. So wird ein intimer, introvertierter Ort erschafft, welcher sich durch die Öffnung der Kreisform auch mit der aussenliegenden Umgebung verbindet. Eine der Fensterfront vorgelagerte Holzkonstruktion thematisiert den Übergang von innen nach aussen als räumliche Schicht.
Die Erstellung des Gebäudes ist mit natürlichen Rohstoffen geplant, was nicht nur die Nachhaltigkeit verbessert, sondern auch wesentlich die Aufenthaltsqualität erhöht. Das Holz und der Lehm werden dabei als raumprägende Elemente eingesetzt und erlauben trotz der einfachen Materialpalette sehr unterschiedliche Raumstimmungen. Hofseitig rhythmisiert die Balkendecke die hohen Räume. Zwischen den Sparren ist eine Holzdecke vorgesehen. Der Boden ist in Gusslehm geplant, welcher eine Langlebigkeit und einfache Bewirtschaftung verspricht. Mit dem schweren Boden wird Speichermasse in die leichte Holzkonstruktion gebracht, was der Wärmeregulierung günstig beeinflusst. Die kleinteiligen Zimmer der Bewohner werden neutraler gehalten. Wände und Decken werden mit Lehmbauplatten verkleidet und mit einem feinen hellen Lehmputz verputzt. Beim Boden ist ein Massivholzparkett, welcher auf einem Gusslehm-Unterlagsboden verlegt wird, vorgesehen. Der Lehm hilft sowohl als Speichermasse für Wärme und Kälte, als auch durch die hygroskopischen Eigenschaften das Raumklima zu regulieren.
Das Gebäude zeichnet sich durch seine sinnliche Präsenz und der Selbstverständlichkeit, wie es sich räumlich in seiner Umgebung einbettet, aus.
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