Schulanlage Baden

013 wbw kappelerhof

Bauherrschaft:              Gemeinde Baden

Auftragsform:                WBW

Projektdauer:                 2025

Die aus der Nachkriegszeit stammende ursprüngliche Schulhausanlage wurde in den 90er Jahren mit einem markanten Neubau ergänzt («neues Schulhaus»). Das «alte Schulhaus» wurde dabei in die neue Anlage integriert und ist Teil des heutigen Ensembles. Um dem mittelfristigen Flächenbedarf zu entsprechen, soll die Anlage erneut und mit einem zusätzlichen Gebäude am Standort des Kindergartens erweitert werden. 

 

Die städtebauliche Grundidee basiert auf der Prämisse des Weiterbauens am Bestand. Das neue Schulhaus wird westlich an das bestehende «neue Schulhaus» angegliedert und nimmt die charakteristischen Bauelemente, die Baulinie und Traufhöhe des Bestands zur Bruggerstrasse auf. Der Erweiterungsbau schöpft seine Kraft aus der vorhandenen, fein geschwungenen Grundrissstruktur, die als Ausgangspunkt verstanden und fächerartig als Holzbau weiterentwickelt wird. Die Disposition eines Zweibünders abbildend, präsentiert sich das neue Primarschulhaus volumetrisch massstäblich fein gegliedert und mit einem abschliessenden Schmetterlingsdach, welches die Dachlandschaft weiterführt. In der süd-westlichen Ecke springt das Volumen zurück und schafft so Raum für die historische Kapelle Maria Wil. Dadurch entsteht ein neuer Platz mit Zugang zum Areal und Gebäude. Die Volumetrie und Ausprägung orientiert sich strassenseitig am Bestand und schafft einen schützenden Abschluss zur Strasse. Durch eine Fuge zum «neuen Schulhaus» schafft der Neubau eine intime Anbindung des Hofs zur Strasse und filtert die störenden Einflüsse. Hofseitig wird die offene Figur des «neuen Schulhaus» weiterentwickelt und mit einer leichten, durchlässigen Holzkonstruktion neu interpretiert. Durch die kompakte Setzung des Gebäudes in der nord-westlichen Ecke des Grundstücks entsteht eine grosse, offene Freifläche, die individuell bespielt werden kann. Das «alte Schulhaus» wird mit einem pavillonartigen Anbau ergänzt, welcher sich in der Materialisierung und Ausprägung an der offenen Gebäudefigur des «neuen Schulhaus» wie auch des Neubaus orientiert. So entstehen hofseitig drei verwandte, jedoch eigenständige Gebäude, welche die funktionale Zuordnung ablesbar macht.

 

Im Neubau wird die Primarschule mit allen Nebenräumen eingerichtet. Der Haupteingang des Schulhauses befindet sich auf der Platzseite unter dem Gebäudevorsprung, welcher als grosser gedeckter Pausenplatz dient. Durch den Nebeneingang zur Bruggerstrasse bietet das Gebäude auch eine Anbindung für die Schüler, die das Areal von der Westseite betreten und schafft zusammen mit der Fuge zum «neuen Schulhaus» eine Öffnung des Areals zur Strasse. Es entsteht ein Gebäude, welches nicht mehr durch eine Vorder- und Rückseite geprägt ist, sondern als vermittelndes Gebäude zwischen Strassenraum und Hof funktioniert. Dadurch wird auch die Situation zur Kapelle verbessert und in ihrer Stellung zur Strasse gestärkt.

 

Im «neuen Schulhaus» werden die Fachklassen eingerichtet und im Untergeschoss, welches an den Neubau angebunden ist, die Betreuungsräume untergebracht. Durch wenige Anpassungen am Bestand können die neuen Räume eingewebt und das Gebäude in seiner Funktion, beziehungsweise mit der inneren und äusseren Organisation weiter betrieben werden. Die übergeordnete Struktur und Funktion des Gebäudes bleibt erhalten und erfüllt auch die neuen Anforderungen in bester Weise.

 

Das «alte Schulhaus» wird mit einem Anbau ergänzt und beherbergt neu die Kindergärten. Die pavillonartige Struktur des Anbaus wird im Sinne der Wiederverwertung in grossen Teilen durch den Abbruch des alten Kindergartens und des Provisoriums verwirklicht. Der neue Haupteingang in der grossen gedeckten Loggia, wird zur zum Hof abgewandten Seite ebenerdig realisiert. Das «Gärtchen» des Kindergartens befindet sich ebenfalls auf der Westseite und schafft einen vom Schulbetrieb unabhängigen, geborgenen Aussenraum. 

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