Wohn- und Geschäftshaus Bern
014 wbw freiburgstrasse
Bauherrschaft: Stadt Bern
Auftragsform: WBW
Projektdauer: 2025
Der Perimeter wird durch die besondere topografische Lage am Fusse der ehemaligen Kiesgrube determiniert. Der mit der geschützten Hecke und Bäumen üppig bewachsene Geländesprung trennt das Grundstück von der Weissensteinstrasse beziehungsweise der Bahnlinie. Die östlich angrenzende Wohnüberbauung entstand ab den 1940er-Jahren und zeichnet sich durch kammförmig angeordnete Mehrfamilienhauszeilen entlang der Schlossstrasse aus, die von Grünflächen und Baumreihen umgeben sind. Das auf der abfallenden Ebene direkt benachbarte Heller-Hochhaus aus den siebziger Jahren ist ein markanter Solitärbau aus Sichtbeton, der sich durch seine Massstäblichkeit und städtebauliche Konzeption als scheibenförmiger Hochpunkt von den umliegenden Bauten abhebt. Die Haupterschliessung erfolgt a Niveau über die Freiburgstrasse, wo die Bebauung und Nutzung einen heterogenen Charakter aufweist.
Der Standort der Setzung ist durch das gegebene Baufeld definiert. Den sehr spezifischen Bedingungen an den unterschiedlichen Seiten wird mit einer differenzierten Ausformulierung der jeweiligen Ausrichtungen begegnet. Der Entwurf reagiert entsprechend klar auf situative und räumliche Gegebenheiten. Die Volumetrie wird aus zwei schlanken Hauptkörpern, welche sich keilförmig fügen, entwickelt. Der höhere, sechsgeschossige Gebäudeteil folgt östlich der Geländekante und nimmt die Orthogonalität der Hochhausscheibe auf, während der niedrigere viergeschossige Konterpart senkrecht zur östlichen Bebauung ausknickt. Auf diese Weise entsteht eine feine Höhenstaffelung, welche topografisch und Massstäblich vermittelnd eine optimale Belichtung beziehungsweise Orientierung der Wohnungen sicherstellt. Das Haus tritt so auch von der höher gelegenen Weissensteinstrasse selbstbewusst in Erscheinung.
Offene Raumschichten nehmen die Aussenräume sowie die gemeinsame Erschliessung auf. Die vorspringenden Teile gliedern und rhythmisieren das Haus, welches sich räumlich durch seine Schnittfigur mit der Umgebung verzahnt. Es entstehen gedeckte Räume und differenzierte Aussenbereiche, welche den Innenraum erweitern. Entlang des steil ansteigenden Geländes wird mit zweigeschossigen Situationen reagiert. Das Haus wächst, sich staffelnd, dem ansteigendem Grünraum empor. Scheinbare zwänge des Ortes werden so in spezifische Qualitäten umgemünzt.
Das Areal wird von allen Seiten erschlossen und die Wege mit der durchlässigen Struktur im Erdgeschoss miteinander vernetzt. Massive Säulen aus Natursteinmauerwerk markieren die Adresse in die offene Erschliessung.
Das übergreifende Thema der ökologischen Nachhaltigkeit und des ressourcenschonenden Bauens bildet der Hauptantrieb der Lösungsfindung und prägt die architektonischen Themen. In den Freiräumen werden die vorhandenen Qualitäten des Planungsperimeters aufgenommen. Der Baumbestand wird grösstmöglich erhalten, und die Durchwegungen der fliessenden Grünräume weiterentwickelt.
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